Durch Diabetes verursachte Augenerkrankungen sind im Frühstadium durch innovative Kombinationstherapien gut behandelbar.
Hier lesen Sie:
- Gefäßveränderungen im Auge bei Diabetes
- Die diabetische Retinopathie
- Die Symptome
- Die diabetische Makulopathie
- Wichtige Vorsorge
- Innovative Kombinationstherapien
Die diabetische Netzhauterkrankung, auch diabetische Retinopathie genannt, ist eine Folge der Gefäßveränderungen an der Netzhaut bei Menschen, die unter Diabetes leiden. Sie ist die häufigste Erblindungsursache für Erwachsene zwischen dem 20. und 65. Lebensjahr. Eine weitere Augenerkrankung, die durch Diabetes hervorgerufen werden kann, ist das Makulaödem. Unser leitender Chirurg für den hinteren Augenabschnitt, Dr. H. Kaymak, behandelt das diabetische Makulaödem mit einer innovativen Kombinationstherapie, deren Erfolg nun in einer wissenschaftlichen Studie bestätigt wurde. Im Januar 2011 berichtete sogar die F.A.Z. über diese Studie. Dr. H. Kaymak war langjähriger Oberarzt in einer der großen Glaskörper-/Netzhautkliniken und ist auch heute in der Augenklinik im Marien Hospital Düsseldorf als Oberarzt tätig. Er verfügt über viel Erfahrung auf diesem Gebiet und trägt seine Behandlungsergebnisse weltweit auf großen Fachkongressen vor.
Die diabetische Retinopathie und ihre Auswirkungen
Als Stoffwechselkrankheit ruft Diabetes mit der Zeit Veränderungen an den Blutgefäßen hervor, die Schäden an der Netzhaut verursachen und zu Beeinträchtigungen des Sehvermögens und Erblindung führen können. Diabetesbedingte Gefäßveränderungen an der Netzhaut können zum einen gefäßverschließend wirken, so dass Sehzellen nicht mehr ausreichend versorgt werden. Zum anderen kann Flüssigkeit durch die Gefäßwände austreten und das umliegende Gewebe schädigen. Die Krankheit schreitet von einem nicht-proliferativen zu einem proliferativen Stadium fort; hinzu tritt die Möglichkeit einer diabetischen Makulopathie, bei der die Makula als Stelle des schärfsten Sehens im Auge betroffen ist.
Das Frühstadium: die nicht proliferative Retinopathie (NPDR)
Die Auswirkungen im Frühstadium oder nicht-proliferativen Stadium der Retinopathie auf die Gefäße auf der Netzhaut sind Blutungen, Mikroaneurysmen (Gefäßerweiterungen) und Fettablagerungen im umliegenden Gewebe. Dadurch entstehen bereits Schäden an der Netzhaut oder Makula, ohne dass dies sofort eine Verschlechterung der Sehschärfe zur Folge hätte. In diesem Stadium der diabetischen Retinopathie kann die Erkrankung noch aufgehalten werden13.
Das Spätstadium: die proliferative Retinopathie (PDR) und ihre Symptome
Werden mehr und mehr Blutgefäße blockiert, beginnt der Körper, auf die Unterversorgung mit der Bildung neuer Blutgefäße zu reagieren. In diesem fortgeschrittenen Stadium der proliferativen Retinopathie wachsen neue Gefäße – wie bei Glaskörpererkrankungen – in den Glaskörper hinein und führen dort zu Blutungen und zu Ablösungen der Netzhaut. Die Sehkraft verschlechtert sich dabei schlagartig. Zu den Symptomen der proliferativen Retinopathie gehören eine verzerrte oder verschwommene Wahrnehmung.
Die diabetische Makulopathie - ein Fachgebiet von Dr. Kaymak
Die Schädigung kann auch auf die Makula übergehen, also auf die Stelle des schärfsten Sehens, und zu einer Zerstörung der zentralen Sehzellen führen. Wird die Behandlung der Krankheit erst in dieser Phase eingeleitet, so kann sie dauerhaft zu erheblichen Verlusten der Sehfähigkeit bis hin zur Erblindung führen. Unser leitender Operateur Dr. H. Kaymak setzt seit ca. 2008 sehr erfolgreich auf eine innovative Behandlungsstrategie, die eine Laserbehandlung mit der Injektion von Anti-VEGF-Medikamenten kombiniert. Diese Substanzen stoppen durch die Blockade von Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) das Gefäßwachstum und sollen so ein Fortschreiten der Erkrankung aufhalten. Diese Strategie wurde 2010 in einer wissenschaftlichen Studie bestätigt14. (PDF, 4,3MB )
Nur jährliche Untersuchungen können eine dauerhafte Verschlechterung der Sehschärfe verhindern
Ein Fortschreiten der Krankheit lässt sich nur verhindern durch jährliche Untersuchungen und eine rechtzeitige Behandlung in Kombination mit einer guten Blutzucker- und Blutdruckkontrolle. Sind in der Vergangenheit bereits diabetesbedingte Veränderungen an den Augen aufgetreten, so muss die Untersuchung halb- oder vierteljährlich erfolgen.
Durch eine sofortige Behandlung können die Gefäßveränderungen im Frühstadium noch aufgehalten werden.
Wird bei einer der regelmäßigen Untersuchungen auf diabetesbedingte Augenkrankheiten eine beginnende Retinopathie entdeckt, kann die Veränderung an den Gefäßen im Auge in den meisten Fällen durch eine ambulante Laserbehandlung oder eine Kombinationstherapie aufgehalten werden, bevor es zu Beeinträchtigungen der Sehkraft kommt.
Im Spätstadium ist nur noch ein aufwendiger chirurgischer Eingriff erfolgversprechend
Ist die Krankheit jedoch schon so weit fortgeschritten, dass die ersten Symptome spürbar werden, so ist eine dauerhafte Sehbehinderung bis hin zur Erblindung unter Umständen noch durch einen chirurgischen Eingriff zu verhindern. Wie aufwendig die Behandlung ist und welcher Anteil der ursprünglichen Sehfähigkeit erhalten werden kann, hängt von einer rechtzeitigen Diagnose der Krankheit ab.
Literaturangaben
- 13 Arevalo JF, Sanchez JG, Wu L, Maia M, Alezzandrini AA, Brito M, Bonafonte S, Lujan S, Diaz-Llopis M, Restrepo N, Rodríguez FJ, Udaondo-Mirete P; Pan-American Collaborative Retina Study Group Primary intravitreal bevacizumab for diffuse diabetic macular edema: the Pan-American Collaborative Retina Study Group at 24 months. Ophthalmology 2009; 116:1488-97
- 14 Bressler NM, Bressler SB, Edwards AR, Ferris FL 3rd, Friedman SM, Glassman AR, Miller KM, Scott IU, Stockdale CR, Sun JK. Randomized trial evaluating ranibizumab plus prompt or deferred laser or triamcinolone plus prompt laser for diabetic macular edema. Diabetic Retinopathy Clinical Research Network, Elman MJ, Aiello LP, Beck RW, Ophthalmology 2010; 117:1064-1077
Weiterführende Fachliteratur
- Diabetic Retinopathy Clinical Research Network, Elman MJ, Aiello LP (2010) Randomized trial evaluating ranibizumab plus prompt or deferred laseror triamcinolone plus prompt laser for diabetic macular edema Ophthalmology 117: 1064-1077
- Forooghian F, Stetson PF, Meyer SA et al. (2010) Relationship between photoreceptor outer segment length and visual acuity in diabetic macular edema. Retina 30: 63-70
- Gelisken F; Ziemssen F (2010) Diabetic maculopathy, Diagnosis and treatment. Ophthalmologe 107: 773-786
- Haller JA, Qin H, Apte RS et al. (2010) Vitrectomy outcomes in eyes with diabetic macular edema and vitreomacular traction. Ophthalmology 117: 1087-1093
- Massin P, Bandello F, Garweg JG, Hansen LL, Harding SP, Larsen M, Mitchell P, Sharp D, Wolf-Schnurbusch UE, Gekkieva M, Weichselberger A, Wolf S (2010) Safety and efficacy of ranibizumab in diabetic macular edema (RESOLVE Study): a 12-months randomized controlled double-masked multicenter phase II study. Diabetes Care 33: 2399-2405
- Nguyen QD, Shah SM, Khwaja AA et al. (2010) Two-Year Outcomes of the Ranibizumab for Edema of the macula in Diabetes (Read-2) Study. Ophthalmology 117: 2146-2151
- Nicholson BP, Schachat AP (2010) A review of clinical trials of anti-VEGF agents for diabetic retinopathy. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 248: 915-930
- Pharmacokinetic and Efficacy Study of Fluocinolone Acetonide Inserts in Patients With Diabetic Macular Edema [NCT00490815]. www.clinicaltrials.gov
- Wang X, Wang G, Wang Y (2009) Intravitreous vascular endothelial growth factor and hypoxia-inducible factor 1a in patients with proliferative diabetic retinopathy. Am J Ophthalmol 148: 883-889
