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Das Wahrnehmen von Schatten, nebel- oder rußartigen Gebilden und stark vermehrte Schlieren können Symptome einer Netzhauterkrankung sein.

Glaskörper- und Netzhauterkrankungen können heute nahtlos und schmerzfrei behandelt werden durch minimalinvasive OP-Techniken.

Hier lesen Sie:

  • Die Glaskörperschrumpfung
  • Was sind Mouches Voulantes / Floaters?
  • Symptome einer Netzhautabhebung
  • Behandlung eines Netzhautlochs
  • Minimalinvasive OP-Techniken
  • Therapien bei retinalem Gefäßverschluss

Der Glaskörper (corpus vitreum) füllt mit einem Volumen von 4 ml das Innere des Augapfels aus. Im Laufe der Zeit verliert er jedoch Flüssigkeit und schrumpft. Dabei löst er sich von der Netzhaut, was zur Wahrnehmung von kleinen Punkten oder Fäden (Mouches Volantes / Floaters) führt. Diese sind meist harmlos, können aber in Einzelfällen so störend sein, dass eine Operation in Betracht gezogen wird. Liegt jedoch eine krankhafte Schrumpfung des Glaskörpers vor, so kann diese Netzhautrisse oder Netzhautlöcher verursachen und zur Erblindung führen. Unser leitender Operateur für den Hinterabschnitt, Dr. H. Kaymak, hat sich spezialisiert auf die minimalinvasive 23-Gauge-Technik und wendet diese routinemäßig auch zur Behandlung von Netzhautablösungen (Ablatiochirurgie) an. Er hat sich dadurch sowie durch fortschrittliche Therapiekonzepte international einen Namen gemacht. Als einer der ersten Chirurgen in Deutschland führt er diese Operationen routinemäßig auch ambulant durch.


Was passiert bei einer Glaskörperschrumpfung und was sind Mouches Volantes?

Der Glaskörper liegt zwischen Linse und Netzhaut und besteht zu 98% aus Wasser. Seine gallerartige Masse enthält ein Gerüst aus kollagenen Fibrillen. In den Lücken des kollagenen Gerüstes winden sich die Riesenmoleküle der Hyaluronsäure. Diese sorgen für die Wasserbindungskapazität des Glaskörpers. Mit zunehmendem Alter beginnt sich der Glaskörper sichtbar zu entmischen, indem seine Makromoleküle zu erkennbaren Strukturen kondensieren. Dadurch kann ein Zug auf die Netzhaut ausgeübt werden, der sich durch das Sehen von Lichtphänomen bemerkbar machen kann. Das passiert bei sehr vielen Menschen mit zunehmendem Alter. Zu den weiteren typischen Symptomen gehören kleine Punkte oder Schlieren, die gegen einen hellen Hintergrund im Gesichtsfeld zu schwimmen scheinen (Mouches volantes oder Floaters). Eine Schrumpfung des Glaskörpers ist die häufigste Ursache für eine Netzhautablösung, auch Netzhautabhebung genannt, daher sollten die Symptome ernst genommen werden. Eine unmittelbare Vorstellung beim Augenarzt ist empfehlenswert.

Sollen störende Mouches Volantes behandelt werden?

Auch dann, wenn es sich um eine harmlose Form der Glaskörperschrumpfung handelt, empfinden einige Patienten diese Floaters oder Mouches Volantes als extrem störend, weil sie beispielsweise dadurch ihre Lesefähigkeit verlieren und ihren Beruf nicht mehr ausüben können. In diesen schweren Fällen kann eine Operation angezeigt sein, doch sollten gemeinsam mit dem Patienten die Vor- und Nachteile eines chirurgischen Eingriffs am Glaskörper (Vitrektomie) sehr genau besprochen werden. Unser leitender Operateur Dr. H. Kaymak wird Sie gerne über die Vorteile und Risiken aufklären.

Die krankhafte Netzhautabhebung kann das Absterben von Sehzellen bewirken

Mouches Volantes oder Floaters können aber auch Frühsymptome für eine ernsthafte Erkrankung des Glaskörpers sein. Schrumpft der Glaskörper stärker durch eine Erkrankung, so wird der Zug an der Netzhaut ebenfalls stärker und kann Risse oder Löcher in der Netzhaut verursachen. Dies ist sehr gefährlich, da auf diese Weise Augenflüssigkeit hinter die Netzhaut gelangt, die dadurch vom lebenswichtigen Hintergrund abgelöst wird. Das Absterben von Sehzellen ist die Folge. Kurzsichtige Menschen sind häufiger betroffen als normalsichtige und sollten sich ab einer Dioptrienzahl von 3 jährlich einer Vorsorgeuntersuchung unterziehen, um bereits Vorstufen von Netzhautlöchern feststellen zu können. Mehr darüber im Kapitel Vorsorge Glaskörper / Netzhaut

Die Symptome eines Netzhautlochs sind meistens nicht von Schmerzen begleitet

Zu den Symptomen, die auf Risse oder ein Loch in der Netzhaut hindeuten, gehört das Wahrnehmen von Schatten, von nebel-, rauch- oder rußartigen schwarzen oder roten Gebilden oder auch eine starke Zunahme von Punkten und Schlieren im Gesichtsfeld. Ebenso können bogenförmige Lichterscheinungen oder Blitze, die nicht auf Kreislaufstörungen oder Migräneanfälle zurückzuführen sind, auf diese Erkrankung hindeuten. Die Symptome sind in der Regel nicht von Schmerzen begleitet, da die Nervenfasern der Netzhaut keine Schmerzinformationen ans Gehirn übermitteln. Risikofaktoren sind Fälle in der Familie (Vererbung), hohe Kurzsichtigkeit, vergangene Kataraktoperationen, Diabetes mellitus sowie Kopfverletzungen und Prellungen im Augenbereich. Prophylaktisches Lasern von Vorstufen der Netzhautlöcher kann einen Schutz vor einer Netzhautablösung bieten.

Früh erkannt können Löcher in der Netzhaut mit dem Laser geschlossen werden

Wie wird eine solche Netzhautabhebung behandelt?

Löcher in der Netzhaut können mit einer Laserbehandlung geschlossen werden. Der Erfolg ist umso größer, je weniger die Krankheit fortgeschritten ist und je weniger Flüssigkeit durch das Loch unter die Netzhaut gelangt ist. Im Spätstadium oder bei zusätzlichen Komplikationen muss ein chirurgischer Eingriff zum Wiederanlegen der Netzhaut durchgeführt werden (Ablationchirurgie). Auch hier gilt: Je rechtzeitiger eine Behandlung erfolgt, desto größer ist die Chance, weitere Ablösungen zu verhindern, Komplikationen zu vermeiden und die Sehkraft so gut wie möglich wiederherzustellen. Dr. H. Kaymak wendet bei Eingriffen an Netzhaut und Glaskörper State-of-The-Art Techniken an, zum Beispiel die sogenannte 23-Gauge-Technik, die eine nahtlose und schmerzfreie Operation erlaubt und eine deutlich geringere Komplikationsrate aufweist, da der Durchmesser der Instrumente kleiner ist (0,64 mm) als bei der konventionellen 20 Gauge-Technik (0,8 mm). Wir haben diese anspruchsvolle Technik und die notwendigen Instrumente dafür mit dem Schweizer Traditionsunternehmen Oertli entwickelt und gehören zu den ersten Augenchirurgen in Deutschland, die diese Technik anwenden.

Moderne Anti-VEGF-Medikamente hemmen das Gefäßwachstum und halten die Erkrankung auf

Neues Medikament in der Glaskörperchirurgie

Mikroplasmin ist ein rekombinanter Wirkstoff, der kurz vor der Zulassung steht. Mikroplasmin trennt den Glaskörper von der Netzhaut ohne morphologische oder funktionelle Netzhautveränderungen hervorzurufen. Dieses Medikament kann sehr hilfreich sein, um die Ablösung des Glaskörpers vor oder nach einem chirurgischen Eingriff am Glaskörper (Vitrektomie) zu erleichtern.

Bei einem retinalen Gefäßverschluss können moderne Therapien die Sehfähigkeit schützen

Die Netzhaut, die sich an der Innenseite des hinteren Augenabschnitts befindet, wird über Arteriolen (arterielle Endgefäße) mit Blut versorgt. Über Venen wird das Blut abtransportiert. Treten hier Blutgerinnsel auf – man spricht dann von einem retinalen Venenverschluss beziehungsweise von einem Arterienverschluss – so führt das zu einem akuten Sehverlust. Nach neuesten Erkenntnissen kann ein retinaler Venenverschluss mit einer operativen Einbringung von neuen Medikamenten, z. B. Ozurdex®, in den Glaskörper erfolgreich behandelt werden. Daneben haben sich Kombinationstherapien mit einem Wachstumshemmer bewährt. Dabei werden Medikamente in den Glaskörper des Auges injiziert, die den sogenannten Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) hemmen, der für das Gefäßwachstum und ein Fortschreiten der Erkrankung verantwortlich gemacht wird. Die Sehfähigkeit kann sogar manchmal verbessert werden. Zur Verfügung stehen zur Zeit u. a. die Medikamente Lucentis®, Macugen® und Avastin®.


Weiterführende Fachliteratur