Die schonendste Behandlung des Grauen Stars (Katarakt) ist die Implantation von Kunstlinsen per Kleinstschnitt.
Hier lesen Sie:
- Was ist ein Grauer Star?
- Die Grauer-Star-Symptome
- Die minimalinvasive Katarakt-OP
- Die Nachstar-Behandlung
- Modernste Multifokallinsen
Der Graue Star, medizinisch auch als Katarakt bezeichnet, ist eine Trübung der Augenlinse, die durch die Implantation von Kunstlinsen vollständig therapiert werden kann. Unsere Augenchirurgen führen ca. 4000 Star-Operationen (Katarakt-Operationen) pro Jahr durch. Als Pioniere der Kleinstschnitt-Kataraktchirurgie genügt ihnen für die Implantation einer künstlichen Linse nur ein minimaler Schnitt von 1,5 - 1,6 mm, während im Durchschnitt 2,8 mm nötig sind17. Die Katarakt-Operation mit der Kleinstschnitttechnik ist schonender für das Auge und führt zu besseren Sehergebnissen. Unsere Operateure haben die Microinzisionstechnik18, die erforderlichen Instrumente sowie Linsensysteme mit entwickelt und berichten über ihre neuesten Methoden und Erfahrungen regelmäßig in ihrer Funktion als Mitglieder der Lehrfakultät großer internationaler Fachkongresse.
Woran erkennt man einen Grauen Star (Katarakt)?
Eine Katarakt kann ab dem 50. Lebensjahr jeden Menschen treffen. Sie verursacht hinter der Pupille eine leichte Graufärbung, von der sich der populäre Name dieser Krankheit herleitet. Diese Trübung der Linse beeinträchtigt die Brechung der Lichtstrahlen im Auge. Die Sicht wird zunehmend verschwommen und die Blendempfindlichkeit nimmt zu. Dies ist ein langsamer Prozess, der völlig schmerzfrei verläuft. Weitere Symptome des Grauen Stars sind eine verlangsamte Hell-Dunkel-Umstellung, eine sich verschlechternde räumliche Wahrnehmung und Fernsicht sowie stärker wahrgenommene Lichthöfe (Halos) um Lichtquellen herum.
Die Star-Operation ist die einzige Möglichkeit zur Behandlung des Grauen Stars
Behandelt wird der Graue Star mit einer Operation, bei der die getrübte Linse durch ein Kunstlinsenimplantat ersetzt wird. Das ist heute per Kleinstschnitt-Technik (Microinzisionstechnik) möglich: Dabei wird zunächst ein kleiner Schnitt am äußeren Rand des Auges gemacht. Anschließend wird die natürliche Linse mit Ultraschallwellen zerkleinert und über die Öffnung entfernt (Phakoemulsifikation). Danach setzt der Chirurg eine Kunstlinse ein. Die modernen Linsentypen sind aus weichen, faltbaren Materialien, die es ermöglichen, die Linse gerollt durch kleinste Öffnungen einzusetzen. Erst im Augeninnern nehmen sie ihre ursprüngliche Form wieder an. Diese Operation kann ambulant erfolgen. Liegen Zusatzrisiken vor, so würden wir die Star-Operation stationär vornehmen.
Katarakt-Chirurgie: Das sollten Sie wissen
Unsere Operateure implantieren Intraokularlinsen ambulant mit einem minimalen Schnitt von 1,5 - 1,6 mm.
Es gibt große Unterschiede bei der Katarakt- oder Star-Operation: Nach einer Umfrage unter deutschsprachigen Ophthalmochirurgen (Ambulante Intraokularchirurgie; M. Wenzel et al., durchgeführt von den Berufsverbänden BVA, BDOC und DGII) wurden allein in Deutschland im Jahr 2008 hochgerechnet rund 800 000 Katarakt-Operationen durchgeführt. Dabei variierte die Schnittlänge zwischen 1,5 und 6,5 mm17. Im Durchschnitt betrug sie 2,8 mm. Dr. Breyer führt jährlich ca. 2000 dieser Eingriffe durch und ist einer von nur wenigen Augenchirurgen weltweit, die Kunstlinsen durch einen 1,5 bis 1,6 mm kurzen Schnitt ins Auge implantieren. Dieses System ist selbst in den USA derzeit noch nicht verfügbar. Dr. Breyer trägt federführend zur Entwicklung der dafür notwendigen OP-Instrumente und -techniken bei und stellt diese auf internationalen Kongressen vor.
Die Vorteile der minimalinvasiven Katarakt-Operation für den Patienten:
- Der Schnitt ist nicht größer als ein Stecknadelkopf.
- Die Operation ist weniger belastend.
- Das Risiko einer Hornhautverzerrung durch den Schnitt wird auf ein Minimum reduziert.
- Die Oberfläche der Hornhaut und damit der Optik bleibt erhalten.
- Je kleiner der Schnitt, desto besser die Heilung.
- Eine Naht ist nicht mehr erforderlich.
- Schnellste Wiederherstellung der Sehschärfe.
- Tätigkeiten des täglichen Lebens sind nach wenigen Tagen möglich.
Wundflächen im Vergleich
Klein wie ein Stecknadelkopf
Warten Sie nicht mit der Katarakt-Operation
Im späteren Stadium des Grauen Stars nimmt Ihr Sehvermögen und damit ein Teil Ihrer Lebensqualität kontinuierlich ab. Gleichzeitig nimmt das Unfallrisiko zu, das mit verminderter Sehkraft verbunden ist. Je länger Sie warten, desto schwieriger wird auch der chirurgische Eingriff: Die erkrankte Linse im Auge verhärtet immer mehr, die Operation, um sie zu entfernen, wird schwieriger und riskanter.
Der Nach-Star - was ist das?
Der Nach-Star ist eine natürliche Vernarbung des Kapselsacks, in den die Linse implantiert wurde. Er folgt nahezu jeder Katarakt-Operation und wird bei uns schnell und schmerzfrei mit dem neuesten YAG-Laser von Carl Zeiss Meditec entfernt (YAG-Laser-Kapsulotomie). Dabei wird mit dem YAG-Laser ein kleines Loch in der hinteren Kapsel erzeugt, durch das das Licht wieder ungehindert in das Auge gelangen kann: Die Sicht ist wieder klar.
Multifokallinsen - für ein Leben ohne Brille ab dem 40. Lebensjahr
Die natürliche Linse des Auges hat die Fähigkeit, sich sehr schnell auf verschiedene Entfernungen einstellen zu können (Akkomodation). Diese Fähigkeit lässt mit dem Alter nach und führt zur Alterssichtigkeit (Presbyopie). Um einen Teil der Fähigkeit des Auges, sich auf unterschiedliche Entfernungen einstellen zu können, auch nach der Katarakt-Operation zu behalten, werden heutzutage sogenannte Multifokallinsen als Linsenimplantate eingesetzt – bei der Behandlung des Grauen Stars ebenso wie bei der Behandlung der Alterssichtigkeit. Multifokallinsen zeichnen sich durch kleine konzentrische Stufen in der Linse aus, die das Sehen in der Nähe und der Ferne ermöglichen ohne den unangenehmen Gleitsichtbrilleneffekt.
Weitere Informationen über Multifokallinsen finden Sie im Kapitel Premiumlinsen. Natürlich beraten wir Sie gerne, welche Linsenart für Sie am besten geeignet wäre.
Literaturangaben
- 17a Wenzel M, Pham D, Scharrer A, Schayan K, Klasen J. Ambulante Intraokularchirurgie: Ergebnisse der Umfrage 2008 von BDOC, BVA und der DGII – Rückblick über die letzten 20 Jahre Ophthalmo-Chirurgie 2009; 21:199-211
- 17b Pershing S, Kumar A. Phacoemulsification versus extracapsular cataract extraction? Where do we stand? Curr Opin Ophthalmol. 2010
- 18 Breyer D. Coaxial MICS: A New Frontier in Phacorefractive Surgery. Cataract & Refractive Surgery Today, Europe, 2, 2008