Der von Aristoteles geprägte Name Glaukom bedeutet funkelnd – wie das (blaugrüne) Meer.

Die Canaloplasty


Vorsorge hilft!

Der Krankheitsverlauf des Grünen Stars kann bei einer rechtzeitigen Behandlung gestoppt werden. Aber es gibt keine Möglichkeit, bereits von der Krankheit verursachte Schäden rückgängig zu machen. Daher empfiehlt der BVA regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen:


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Der „Grüne Star“ ist eine der häufigsten Erkrankungen des Sehnerven und kann unbehandelt zur Erblindung führen.

Hier lesen Sie:

  • Was ist ein Glaukom?
  • Die Ursachen
  • Alle Glaukom-Formen
  • Späte Symptome
  • Die Risiken
  • Wichtige Vorsorge
  • Moderne Behandlung
  • Minimalinvasive Canaloplasty

Der Grüne Star, medizinisch Glaukom, ist weltweit die zweithäufigste Erblindungsursache. Unter dem Begriff Glaukom wird eine Gruppe von Augenerkrankungen zusammengefasst, die den Sehnerven schädigen und unbehandelt zur Erblindung führen. Meistens geschieht das durch einen zu hohen Augendruck, aber auch andere wichtige Faktoren können beteiligt sein. Wir sind auf modernste Diagnostik und innovative Glaukom-Behandlung spezialisiert und kooperieren mit Dr. Karsten Klabe, dem Chefarzt der Augenklinik im Marien Hospital Düsseldorf und international anerkannten Glaukom-Fachmann. Jährlich führt er rund 300 Glaukom-Operationen durch. Zu seinen Schwerpunkten gehört u.a. die minimalinvasive Canaloplasty.


Ein Glaukom kann entstehen, wenn die Flüssigkeits-Zirkulation im Auge aus dem Gleichgewicht gerät.


Um zu verstehen, wie ein Glaukom verursacht wird, ist es wichtig zu wissen, wie die Flüssigkeit im Auge zirkuliert. Das von einer Drüse, dem Ziliarkörper, gebildete Kammerwasser strömt durch die Pupille in das Auge und fließt über das Abflusssystem des Auges, das Trabekel-Maschenwerk, in den sogenannten Schlemmschen Kanal. Von dort wird es weiter über die Venen des Auges abtransportiert. Im gesunden Auge besteht ein Gleichgewicht zwischen Zu- und Abfluss. Der gesunde Augeninnendruck ist wichtig, um Form, Ernährung und Funktion des Auges sicherzustellen. Die Balance zwischen Produktion und Abfluss kann durch verschiedene Faktoren gestört werden und so zu einer Schädigung des Sehnerven führen.

Was ist der Unterschied zwischen primären und sekundären Glaukomen?

Das Glaukom ist keine einheitliche Erkrankung, man unterscheidet zwischen primären und sekundären Glaukomen. Primäre Glaukome sind Erkrankungen, die nicht als Folge einer anderen Erkrankung oder einer Veränderung des Auges auftreten. Hier ist die entscheidende Therapie die Senkung des Augeninnendruckes.

Die Sekundärglaukome sind immer Folge einer anderen Erkrankung des Auges, wie zum Beispiel Entzündungen, Verletzungen oder Erkrankungen wie Diabetes oder Gefäßverschlüsse. Die Therapie richtet sich hier zu allererst auf die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung, z.B. die Behandlung von Gefäßneubildungen bei der diabetischen Netzhauterkrankung oder bei Gefäßverschlüssen des Auges. In der Gruppe der primären Glaukome gibt es zwei Arten mit unterschiedlichem Krankheitsverlauf, die im Folgenden beschrieben werden.

Das Engwinkel-Glaukom – Symptome und Behandlung

Das sogenannte „Engwinkel-Glaukom“ (ein enger Winkel zwischen Hornhautrückfläche und Irisvorderfläche) ist seltener. Es kann sich über Jahre entwickeln oder aber innerhalb von Minuten einen plötzlichen und schmerzhaften Gesichtsfeldverlust (Skotom) auslösen (Winkelblock-Glaukom), der in sehr kurzer Zeit zur Erblindung führen kann. Ein plötzlicher Anstieg des Augeninnendruckes macht sich durch das Sehen farbiger Ringe um punktförmige Lichtquellen, einseitige Augenschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit und plötzliches Verschwommensehen, ggf, verbunden mit einer erheblichen Rötung des Auges bemerkbar. Weitsichtige Personen sind eher betroffen, weil bei ihnen die vordere Augenkammer sehr klein ist.

Wenn der Patient etwas spürt, ist es meistens schon zu spät für eine Behandlung.

Neben der medikamentösen Verkleinerung der Pupille, die zu einer Öffnung des Kammerwinkels führt, ist die operative Therapie hier die erste Wahl. Mit einer schmerzlosen Laserbehandlung oder einem chirurgischen Eingriff, einer sogenannten Iridektomie, kann diese Form des Grünen Stars auf Dauer geheilt werden.

Das Offenwinkel-Glaukom

Das „Offenwinkel-Glaukom“ – ein offener Winkel zwischen Hornhautrückfläche und Irisvorderfläche – ist die häufigste Form des Grünen Stars. Sie ist mit einem chronischen Krankheitsverlauf und einem zunehmenden Gesichtsfeldverlust verbunden. Dieser wird oft nicht wahrgenommen, weil das Gesichtsfeld des anderen Auges die fehlenden Bereiche überlagert. Zurückzuführen ist der steigende Augendruck in diesem Fall auf mangelnde Abflussmöglichkeiten des Kammerwassers im Auge. Durch den erhöhten Augeninnendruck wird der Sehnerv geschädigt. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, führt dies zur Erblindung.

Da diese Form des Grünen Stars zu einem die häufigste ist und zum anderen durch die meisten Betroffenen erst sehr spät bemerkt wird, raten wir in Übereinstimmung mit dem Berufsverband der Augenärzte (BVA)und der American Acadamy of Ophthalmology (AAO) zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen ab einem bestimmten Lebensalter.

Schätzungen darüber, wie viele Menschen in Deutschland unerkannt am Grünen Star erkrankt und von Sehverlust und Erblindung bedroht sind, gehen in die Millionen. Bereits ab einem Alter von 40 Jahren wird vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) alle zwei Jahre eine schmerzfreie Untersuchung zur Glaukom-Früherkennung empfohlen, für dunkelhäutige Menschen sogar bereits ab dem 30. Lebensjahr. Da das Risiko mit dem Alter wächst, rät der BVA ab dem 60. Lebensjahr jährlich zur Vorsorge zu gehen.

Gehören Sie zu einer der Risikogruppen?

Das Risiko an einem Grünen Star zu erkranken nimmt mit dem Alter zu. Auch eine Kombination aus hohem oder stark schwankendem Blutdruck mit hoher Kurzsichtigkeit (chronischer Krankheitsverlauf) oder hoher Weitsichtigkeit (plötzlicher Gesichtsfeldverlust) trägt dazu bei. Fälle von Grünem Star in der Familie (Veranlagung) sowie Diabetes mellitus und einen dunkle Hautfarbe zählen ebenfalls zu den bekannten Risikofaktoren.


Vorsorge: Schäden am Sehnerven sind mit dem Gdx bis zu 6 Jahre früher erkennbar5.

Die meisten Glaukomformen sind auf einen erhöhten Augendruck zurückzuführen. Daher ist die Augendruckmessung (IOD) ein Element der Vorsorge. Wirklich aussagekräftig ist der Wert jedoch erst in Verbindung mit der Hornhautdickenmessung (Pachymetrie). Denn ein hoher Augendruck muss nicht zwingend zu Schäden am Sehnerven führen, und nicht jedes Glaukom geht mit einem erhöhten Augendruck einher. Doch auch beim Normaldruckglaukom lässt sich wie bei anderen Glaukomformen im Frühstadium eine abnehmende Dicke der Nervenfaserschicht der Netzhaut (Retina) feststellen.

Der Grüne Star muss heute nicht mehr zur Erblindung führen, wenn er rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird.

Um ein Glaukom sicher auszuschließen, wird als Grunduntersuchung neben Augendruckmessung und Hornhautdickenmessung (Pachymetrie) die Untersuchung des Kammerwinkels (Goniospoie) und die Untersuchung des Augenhintergrundes und des Sehnerven (Funduskopie) durchgeführt. Zusätzlich ist in vielen Fällen eine erweiterte Diagnostik notwendig und sinnvoll. Dazu gehört die Untersuchung der retinalen Nervenfaserschicht (RNFL) mit Hilfe computergestützter Messmethoden. Internationaler Standard sind die Scanning-Laser-Polarimetrie (GDx) sowie die Optische Kohärenztomografie (OCT)6. Beide Verfahren arbeiten mit einem schwachen Laserstrahl und sind berührungs- und schmerzfrei. Das GDx liefert objektive Messungen der RNFL mit hoher Reproduzierbarkeit, so dass strukturelle Veränderungen bereits im Frühstadium erkannt werden können7. Unten sehen Sie drei Gdx Aufnahmen: links ein gesundes Auge, in der Mitte eine leichte Schädigung und rechts eine starke Schädigung der retinalen Nervenfaserschicht. Mehr über moderne Glaukomvorsorge lesen Sie im Kaptitel über die Glaukom-Vorsorge.


Gesunde Nervenfaserschicht


Leichte RNFL-Schädigung


Starke RNFL-Schädigung


Die Therapie durch Medikamente oder chirurgische Eingriffe wie Trabekulektomie und Canaloplasty

Trotz moderner Glaukommedikamente lassen sich nicht alle Patienten mit einem Grünen Star optimal therapieren. Zum einen kann die Wirksamkeit der Medikamente nicht ausreichend sein, zum anderen treten nach langer Anwendung von Augentropfen nicht selten Unverträglichkeiten auf. In diesen Fällen stellt ein chirurgischer Eingriff die einzig mögliche Behandlung dar. Aus einer Vielzahl von verschiedenen Operationen haben sich in den letzten Jahren die Trabekulektomie und die Canaloplasty durchgesetzt.

Seit 2007 setzen wir zunehmend auf die Canaloplasty als primäre OP-Methode.

Der klassische Eingriff ist die Trabekulektomie, Filteroperation. Hier wird eine ventilartige Lamelle aus der Lederhaut des Auges präpariert und das Kammerwasser unter die Bindehaut geleitet. Diese Operation ist zur Behandlung fast aller Formen des Offenwinkelglaukoms geeignet, ist aber durch eine Vielzahl von möglichen Komplikationen gekennzeichnet und das Problem der chronischen Vernarbung, die die Filterwirkung wieder versiegen lassen kann. Seit 2007 setzen wir deshalb zunehmend die Canaloplasty als primäre Operationsmethode ein. Die Canaloplasty wurde von dem weltweit renommierten Glaukomspezialisten Prof. R. Stegman aus Südafrika entwickelt. Bei dieser Operation wird zunächst der Schlemmsche Kanal ( Abflusskanal für das Kammerwasser) freipräpariert. Der Kanal wird dann mit einem Mikrokatheter über den gesamten Verlauf aufgereiht und anschließend mit einem Spannungsfaden offengehalten. Die wesentlichen Vorteile dieses technisch schwierigen Eingriffs liegen in der geringeren Komplikationsrate und der einfacheren Nachbehandlung im Vergleich zu anderen Glaukomoperationen bei sehr guter Senkung des Augendruckes und der physiologischen Senkung des Augeninnendruckes (Verbesserung des Kammerwasserabflusses über die natürlichen Abflusswege). Oben rechts auf dieser Seite finden Sie dazu ein Video eines Fachvortrages von Dr. K. Klabe, der diese Operation bereits mehrfach mit Erfolg durchgeführt hat.


Literaturangaben


Weiterführende Fachliteratur