Das UV-Riboflavin-Crosslinking bei Keratokonus führen wir ebenso durch wie die Implantation von Intracornealen Ringsegmenten oder Hornhauttransplantationen mit einem hochmodernen Femtolaser.
Hier lesen Sie:
- Was ist ein Keratokonus?
- Die wichtigsten Symptome
- Mögliche Ursachen
- Stabilisierendes UV-Crosslinking
- Intracorneale Ringe (ICR)
- Lamelläre Hornhauttransplantation
Unter Keratokonus versteht man eine fortschreitende Vorwölbung der Hornhaut des Auges (Cornea), die Schwankungen und eine Abnahme der Sehschärfe bewirkt. Das UV-Riboflavin-Crosslinking , eine Quervernetzung zur mechanischen Stabilisierung des Hornhautgewebes, gilt als die Methode der Zukunft zur Behandlung des Keratokonus. Die Ärzte der Breyer Augenchirurgie wenden das UV-Crosslinking der Hornhaut hier seit Jahren erfolgreich an. Sollte bei Keratokonus oder anderen Hornhauterkrankungen eine Transplantation nötig sein, so wenden wir auch dabei nur die schonendsten Methoden an und verpflanzen, wenn möglich, nur die erkrankten Schichten der Hornhaut.
Im fortgeschrittenen Stadium IV, nach jahrelangem Tragen von Kontaktlinsen, konnten Augenchirurgen früher nur mit einer Hornhauttransplantation helfen. Durch diesen recht großen Eingriff am Auge ist das Sehen jedoch nur mäßig wiederherzustellen. Nicht selten wird die fremde Hornhaut auch abgestoßen und muss früher oder später retransplantiert werden. Zudem kommt es durch ein Transplantat in den meisten Fällen zu hohen Hornhautverkrümmungen und so nur zu einem sehr mäßigen unkorrigierten Sehvermögen. Daher freuen wir Augenchirurgen uns sehr für unsere Patienten, dass es mittlerweile schonendere Verfahren wie das unten genannte Crosslinking und die Femtolaser gesteuerte Implantation von intracornealen Ringsegmenten gibt, um unseren Patienten bereits im frühen Stadium I und II der Erkrankung helfen zu können. Sollte es danach zu einem Stillstand des Keratokonus gekommen sein, so ist in vielen Fällen mit intraokularen implantierbaren Kontaktlinsen eine deutliche Verbesserung der Sehschärfe zu erreichen.
Der Keratokonus
Die Augenkrankheit Keratokonus tritt oft familiär gehäuft auf, was für ihre Erblichkeit spricht. Häufiges Reiben der Augen über Jahre hinweg, zum Beispiel bei Allergien, soll zudem die Entstehung begünstigen. Auch Stoffwechselstörungen und eine Schwächung des Kollagens in der Hornhaut werden als Auslöser vermutet. Während des Krankheitsverlaufs wölbt sich die Hornhaut immer weiter vor und nimmt eine konische Form an. Die möglichen Konsequenzen sind ungewöhnliche Schwankungen und Abnahme der Sehschärfe, irregulärer Astigmatismus, das Wahrnehmen von Lichtringen um Leuchtquellen, den sogenannten „Halos“ sowie eine erhöhte Lichtempfindlichkeit und Blendung. Bleibt die Krankheit in einem Stadium stehen, in dem sich noch nicht die volle Konusform ausgebildet hat, so spricht man von „Keratokonus forme fruste“. Bei 20 % der Patienten entwickelt sich jedoch ein progressiver Keratonus, der im Endstadium nur noch durch eine Hornhauttransplantation behandelt werden kann.
Warum die richtige Behandlung des Keratokonus so wichtig ist
Die Erkrankung Keratokonus wird in vier Stadien eingeteilt, in denen die Vorwölbung der Hornhaut und die damit verbundenen Sehprobleme kontinuierlich zunehmen. Da es sich um eine sehr seltene Augenkrankheit handelt, die im Frühstadium leicht mit einem Astigmatismus zu verwechseln ist, wird sie häufig nicht richtig diagnostiziert und falsch behandelt. Mehr über die Diagnose des Keratokonus lesen Sie im Kapitel Vorsorge Hornhaut. Im Anfangsstadium können noch Brille oder Kontaktlinsen getragen werden, wobei die schwankende Sehschärfe innerhalb weniger Tage häufige Brillenwechsel erfordern. Beide Methoden verbessern bei einem progressiven Keratokonus jedoch nur zeitweise die Sehfähigkeit und können die Vorwölbung der Hornhaut nicht aufhalten. Schreitet diese weiter voran bis zu einem ausgeprägten Konus, so helfen weder Kontaktlinsen noch Brille, nur eine Hornhauttransplantation kann die Sehfähigkeit dann noch wiederherstellen. Daher sollte möglichst schon im Frühstadium eine gewebestabilisierende Behandlung durch das innovative UV-Riboflavin-Crosslinking eingeleitet werden, um diese Entwicklung zu stoppen.
Das UV-Riboflavin-Crosslinking (CXL)
VisuMax
Crosslinking gehört in anderen medizinischen Bereichen zum Standard. In der Augenheilkunde ist es ein relativ junges Verfahren. Das UV-Riboflavin-Crosslinking bewirkt eine erhöhte Zahl von Quervernetzungen zwischen den Fasern eines Gewebes, um es zu stabilisieren. Diese Quervernetzung der Hornhaut wird durch eine Kombination von UV-Bestrahlung mit Verabreichung von Riboflavin-Augentropfen, einem Vitamin B2-Abkömmling, erreicht. So wird die Vorwölbung sozusagen eingefroren, aber nicht rückgängig gemacht. Deswegen ist eine frühzeitige Behandlung wichtig für den Erhalt der Sehqualiät. Obwohl es bei mehreren Tausend Patienten mit Erfolg angewendet wurde, ist das CXL ein kassenärztlich noch nicht zugelassenes Verfahren. Zahlreiche Studien belegen jedoch seine Wirksamkeit, so dass es unter Fachleuten als Methode der Zukunft gilt (3).Weitere Informationen über das CXL finden Sie auf der Website unseres Zentrums für Refraktive Chirurgie UV-Riboflavin-Crosslinking und auf der Website der IROC AG
Gleichzeitige Photorefraktive Keratektomie und CXL
Um während des CXL gleichzeitig auch das Sehen zu verbessern, befürworten einige Spezialisten eine simultane PRK mit dem Excimerlaser. Diese Vorgehen muss jedoch genau abgewogen sein und gehört noch nicht zu den Therapiestandards.
Die hochpräzise Implantation intracornealer Ringe (ICRS) mit Hilfe des Femtolasers
Intracorneale Ringsegmente
Da das UV-Crosslinking noch keine optische Verbesserung bewirkt, setzen wir zusätzlich intracorneale / intrastromale Ringsegmente (ICRS) ein, die die zentrale Hornhaut abflachen und die Kurzsichtigkeit dadurch zwischen -1 und -4 dpt korrigieren können. Sie bestehen aus einem weichen Polymethylmetacrylat (PMMA), das seit Jahrzehnten für die beim Grauen Star implantierten Intraokularlinsen verwendet wird. Mit Hilfe einer neuen Option des Femtolasers VisuMax können wir diese intracornealen Ringsegmente besonders schonend und hochpräzise implantieren. Je nach Befund erwägt man danach die Implantation von ICL.
Zirkuläre Keratotomie bei Keratokonus
Bei der zirkulären Keratotomie wird die Hornhaut mittels eines geführten Trepansystems auf 90% der vorher gemessenen Hornhautdicke trepaniert. Die erzeugte Narbe ist wesentlich fester als das vorher laxe Hornhautgewebe. Diese Therapie macht jedoch nur bei einem Keratokonus im Anfangsstadium Sinn (Stadium I und II)
Neueste Methoden der Hornhauttransplantation sind schonender und präziser
Hornhautschichten
Als letzte Option kommt bei einem fortgeschrittenen Keratokonus eine Transplantation der Hornhaut (Cornea) infrage. Die Corneatransplantation ist die älteste und erfolgreichste Form einer Gewebetransplantation überhaupt. Noch bis vor wenigen Jahren wurde dabei immer die Hornhaut des Auges mit all ihren fünf Gewebeschichten entfernt, medizinisch „perforierende (durchgreifende) Keratoplastik“, und gegen eine Spenderhornhaut ausgetauscht. Bei dieser Transplantationstechnik setzen wir, um die erkrankte Hornhaut zu entfernen, statt des herkömmlichen Rundmessers den VisuMax ein, einen Femtolaser der neuesten Generation. Damit kann passgenauer geschnitten werden, die Wunde verschließt sofort wieder wasserdicht und sie heilt schneller. Und weil die Fäden früher wieder entfernt werden können, sieht der Patient schneller wieder klar. Dennoch kann die Heilungsphase nach einem solchen Eingriff bis zu 18 Monaten dauern. In vielen Fällen bleibt nach der Operation eine Hornhautverkrümmung zurück, sodass die Patienten anschließend meist noch eine Brille tragen müssen.
Neuere OP-Techniken machen es möglich, nur einzelne Hornhautschichten zu verpflanzen (lamelläre Keratoplastik). Da bei einem Keratokonus zunächst die äußeren Hornhautschichten erkrankt sind, nicht jedoch die für die Ernährung der Hornhaut zuständige Descemet-Membran mit dem Hornhautendothel, so werden nur diese oberen Schichten transplantiert mit dem Effekt, dass die Heilung wesentlich besser und schneller erfolgt. Erst im letzten Stadium werden auch die innersten Schichten der Hornhaut in Mitleidenschaft gezogen.
Nur etwa 15 Prozent der Patienten, die eine Hornhauttransplantation benötigen, leiden unter einem Keratokonus. Bei rund 40 Prozent der Patienten liegt hingegen eine Erkrankung der Hornhautrückfläche, des sogenannten Hornhautendothels, vor. Bei einem dieser neueren Transplantations-Verfahren werden nur die Descemet-Membran und das Hornhautendothel, insgesamt eine 100 bis 200 Mikrometer dünne Scheibe der Hornhaut, verpflanzt. Diese Technik nennt sich „Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty“ (DSAEK). Die DSAEK ist eine Weiterentwicklung der DSEK, die im nebenstehenden Video erklärt wird. Nach einer solchen Operation kann der Patient bereits nach wenigen Wochen oder Monaten wieder gut sehen. Das modernste Verfahren ist die „Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty“ (DMEK), eine selektive Transplantation der Descemet-Membran (4). Bei Bedarf kooperieren wir mit unserem Partner, dem Marien Hospital Düsseldorf und dem Münchener Ophthalmochirurgen Dr. Tobias Neuhann, der als einer der Ersten diese komplizierte Transplantationstechnik beherrscht.
Die Vorteile der Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK)
- Selektive Transplantation der erkrankten Hornhautschicht
- Schonender und nahtlos
- Schnellere Erholung
- Schnelle und langfristig bessere Sehschärfe
- Reduziertes Abstoßungsrisiko
Literaturangaben
- 3 Snibson GR. Collagen cross-linking: a new treatment paradigm in corneal disease - a review. Clin Experiment Ophthalmol. 2010; 38:141-53
- 4 Szurman P. Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty - Step by Step. Kongress der European Society of Cataract and Refractive Surgery (ESCRS) 2010, Paris